Einige Gründe wurden bereits genannt. Ich denke jedoch, dass einer der Hauptgründe ein anderer ist: Man muss leider akzeptieren, dass Counter-Strike: Source - genau wie zuvor Counter-Strike 1.6 - ausstirbt.
Die Communities haben sich über die Jahre stark verändert, insbesondere LEIDER durch den Erfolg von CS2. Früher standen bei 1.6 und CSS nicht nur das eigentliche Spiel, sondern auch Clans, Communities, lokale LAN-Partys sowie unterschiedliche Server und Spielmodi im Vordergrund also sowas wie Surf-, Jail-, Zombie- oder klassische Public-Server... die Server waren voll und es gab unzählige eigenständige Communities.
Heute sieht das anders aus!!! Die meisten Spieler loggen sich ein, und starten CS2 bzw. klassische "5vs5-Runden". Die heutige Generation wächst deutlich internationaler auf und sucht nicht mehr zwangsläufig den festen Stammserver oder die Community, auf der man sich jeden Abend trifft. Viele kennen dieses Gefühl von früher gar nicht mehr. Dazu kommt, dass CS2 von Valve aktiv weiterentwickelt wird. Es gibt regelmäßige Updates, den Premier-Modus, ein offizielles Ranking-System und die gesamte E-Sport-Szene findet dort statt. Neue Spieler landen automatisch bei CS2 und NICHT bei einem über 20 Jahre alten Spiel wie 1.6 oder einem inzwischen ebenfalls in die Jahre gekommenen CSS. Dadurch wandern immer mehr Spieler ab und der Nachwuchs bleibt aus. Entsprechend haben auch viele ehemalige Stammspieler CSS den Rücken gekehrt. Das betrifft nicht nur Spieler wie energy, rome oder p4wn, sondern teilweise auch mich selbst da ich inzwischen gelegentlich ebenfalls CS2 spiele. Letztendlich muss man akzeptieren, dass die Community-Kultur, wie wir sie von früher kennen, nach und nach verschwindet und vermutlich weiter verschwinden wird. Das hat aus meiner Sicht nichts speziell mit der Bierwiese zu tun. Auch andere Communities werden früher oder später vor denselben Herausforderungen stehen. Die Frage ist nicht, ob es passiert, sondern lediglich wann!
Für mich stellt sich aber eher eine entscheidende Frage.
Was ist die Tendenz der Bierwiese? Sich langsam zu verabschieden oder - auch wenn CS2 nicht jedermanns Sache ist und auch nicht unbedingt meine - als Community gemeinsam den Schritt zu CS2 zu wagen?
Dort würde man zwar wieder bei null anfangen, hätte aber vielleicht auch die Möglichkeit, neue Mitglieder zu gewinnen und langfristig wieder etwas aufzubauen. Natürlich ist CS2 ein anderes Spiel als CSS. Das merkt man sofort und es muss auch nicht jedem gefallen. Viele von uns sind mit 1.6 oder CSS groß geworden und verbinden damit jede Menge Erinnerungen. Entsprechend ist es verständlich, wenn manche dem Umstieg eher skeptisch gegenüberstehen.
Auf der anderen Seite sollte man sich vielleicht die Frage stellen, was für uns eigentlich im Vordergrund steht. Geht es darum, auf höchstem Niveau Counter-Strike zu spielen, oder geht es eher um die Community, die gemeinsamen Abende und den Spaß am Spielen? Ich würde behaupten, dass für die meisten von uns Letzteres deutlich wichtiger ist.
Deshalb wäre meine persönliche Meinung, dass man CS2 vielleicht einfach eine faire Chance geben sollte. Nicht mit der Erwartung, dass es sich wie CSS anfühlt oder dass man es sofort lieben muss, sondern einfach mit der Bereitschaft, sich ein wenig daran zu gewöhnen. Viele Dinge wirken anfangs ungewohnt, werden aber mit der Zeit selbstverständlich. Schließlich haben wir uns früher auch an neue Versionen, neue Maps oder andere Veränderungen gewöhnt.